MAE und MFE im Trading: Was innerhalb eines Trades passiert
Das Endergebnis eines Trades zeigt nicht, was während seiner Laufzeit passiert ist. Verfolgen Sie einen beobachteten Preisverlauf, berechnen Sie die maximale ungünstige und günstige Bewegung und gleichen Sie die Werte mit Ihrem Handelsjournal ab.
Autor · Redakteur
- Autor
- Mykola Zavarov
- Redakteur
- Andrey Bondarenko
Geprüft

Das Wesentliche
MAE misst die größte beobachtete Bewegung gegen eine Position, MFE die größte Bewegung zu ihren Gunsten. Bezugspunkt ist der Einstieg; berücksichtigt wird nur die Zeit, in der die Position offen ist.
Gleicher Einstieg, gleicher Ausstieg und gleiches Endergebnis können sehr unterschiedliche zwischenzeitliche Bewegungen verbergen. MAE und MFE sind hier nichtnegative Beträge; die abschließende Bruttobewegung behält ihr Vorzeichen.
Gleichen Sie vor einem Journalvergleich Preisquelle, Beobachtungszeitraum, Positionsgröße, Einheiten und Kostenbehandlung ab. Historische Extremwerte allein belegen keinen besseren künftigen Ausstieg.
Was bedeuten MAE und MFE im Trading?
Maximum Adverse Excursion, kurz MAE, bezeichnet die größte Bewegung gegen eine offene Position, gemessen ab ihrem Einstieg. Maximum Favorable Excursion, kurz MFE, ist die größte Bewegung zu ihren Gunsten im selben Zeitraum. Beide Kennzahlen beschreiben Extremwerte innerhalb eines Trades. Das Endergebnis beschreibt dagegen, wo der Trade abgeschlossen wurde.
Betrachten Sie eine Long-Position mit Einstieg bei 100 und den beobachteten Preisen 100, 98, 101, 105 und 102. Bei 102 erfolgt der Ausstieg. Der niedrigste beobachtete Preis liegt 2 unter dem Einstieg, der höchste 5 darüber. Somit beträgt MAE 2 Preiseinheiten, MFE 5 und die abschließende Bruttopreisbewegung +2. Auch ein Gewinntrade kann vor seinem Abschluss eine ungünstige Bewegung durchlaufen.
Die Unterscheidung zwischen zwischenzeitlichen Extremwerten und Endergebnis findet sich auch in den Definitionen zum Testbericht von MetaTrader 5. Hier beginnen wir mit einer einfacheren, ausdrücklich festgelegten Grundlage: einer beispielhaften Preisfolge und einer Position mit unveränderter Größe. Die Beobachtungen dienen der Erklärung; sie sind weder Markthistorie noch ein Protokoll ausführbarer Transaktionen.
Eine Preiseinheit bedeutet eine Differenz von 1 im angezeigten Preis. Sie ist nicht automatisch ein Dollar, ein Pip oder ein Prozentpunkt. Zunächst berechnen wir die Bewegungen auf dieser Basis. Anschließend zeigen wir, wann eine gesonderte Umrechnung in Geldbeträge oder Einheiten des ursprünglichen Risikos sinnvoll ist.
MAE und MFE für Long- und Short-Positionen berechnen
E steht für den Einstiegspreis, L und H für den niedrigsten und höchsten einbezogenen Preis und C für den Ausstiegspreis. Berücksichtigen Sie bei L und H auch den Einstieg und beenden Sie das Beobachtungsfenster am gewählten Ausstieg. Eine Long-Position profitiert von steigenden, eine Short-Position von fallenden Preisen.
Kennzahl in Preiseinheiten | Long-Position | Short-Position |
|---|---|---|
MAE: Betrag der ungünstigen Bewegung | max(0, E − L) | max(0, H − E) |
MFE: Betrag der günstigen Bewegung | max(0, H − E) | max(0, E − L) |
Abschließende Bruttobewegung mit Vorzeichen | C − E | E − C |
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Für den Verlauf 100 → 98 → 101 → 105 → 102 ergeben sich bei einer Short-Position MAE 5, MFE 2 und eine abschließende Bewegung von −2. Beobachtungen und Einstieg sind mit dem Long-Beispiel identisch. Durch den Richtungswechsel ändert sich, welche Seite ungünstig ist. Ein Verlusttrade kann eine positive MFE aufweisen, wenn vor dem verlustreichen Ausstieg eine günstige Bewegung auftritt.
Eine kompakte Formel deckt beide Richtungen ab. Setzen Sie d = +1 für Long oder −1 für Short und berechnen Sie für jede einbezogene Beobachtung Xₜ = d × (Pₜ − E). Dann gilt MAE = max(0, −min Xₜ), MFE = max(0, max Xₜ) und abschließende Bewegung = d × (C − E). Am Einstieg ist X = 0. Bewegt sich der Preis nie gegen die Position relativ zum Einstieg, beträgt MAE daher 0.
Diese Formeln stellen die Extrembewegungen als nichtnegative Beträge dar. Ein Journal kann stattdessen einen Verlustwert mit Vorzeichen oder eine monetäre Definition verwenden. Eine andernorts negativ ausgewiesene MAE ist daher nicht zwangsläufig falsch. Klären Sie zunächst die Konvention, bevor Sie Werte vergleichen.
Den Preisverlauf eines Trades erkunden
Der Explorer startet mit den fünf obigen Beobachtungen, einer Long-Position und der letzten Beobachtung als Ausstieg. Seine drei Hauptwerte zeigen die ungünstige Bewegung, die günstige Bewegung und die abschließende Bruttobewegung getrennt. Die Tabelle enthält für jede Beobachtung den Preis und die Bewegung ab Einstieg mit Vorzeichen sowie die Angabe, ob der Punkt zum gewählten Zeitraum gehört.
- Wechseln Sie von Long zu Short, ohne die Preise zu ändern. MAE und MFE tauschen ihre Rollen, während die abschließende Bewegung ihr Vorzeichen wechselt.
- Wählen Sie die Beobachtung bei 101 als Ausstieg. Die späteren Werte 105 und 102 bleiben zur Orientierung sichtbar, werden aber nicht mehr berechnet.
- Ändern Sie einen Preis oder wählen Sie ein anderes Beispiel. Vergleichen Sie die Tabelle mit den markierten Extremwerten, bevor Sie die Kurve interpretieren.
Die Beobachtungsnummern geben die Reihenfolge an, keine Minuten, Kerzen oder gleich langen Zeitabstände. Linien verbinden die angegebenen Punkte, damit die Folge leichter lesbar ist. Sie zeigen nicht den tatsächlichen Verlauf zwischen den Beobachtungen. Das Beispiel mit konstanten Preisen dient als einfache Kontrolle: Sind alle einbezogenen Preise gleich dem Einstieg, betragen alle drei Werte null.
Verstehen Sie das Ergebnis als Berechnung aus den eingegebenen Beobachtungen. Der Explorer führt keine Orders aus, ergänzt keine fehlenden Preise und testet keine Handelsstrategie. Umrechnungen in Geld und R sind optional und benötigen zusätzliche Angaben. Bleiben diese Felder leer, lassen sich die Preisbewegungen weiterhin untersuchen.
Interaktives Beispiel
Was vor dem Ausstieg passiert ist
Ändern Sie die beobachteten Preise, wechseln Sie die Richtung oder verschieben Sie den Ausstieg. Die größte ungünstige Bewegung, die größte günstige Bewegung und das Endergebnis beantworten drei unterschiedliche Fragen.
Beispielhafte Beobachtungen · eine unveränderte Position · Bruttopreisbewegungen · keine Orderausführung oder Kosten
Beobachtete Preise
Geben Sie 2–12 Beobachtungen einschließlich Einstieg ein. Verwenden Sie Punkt oder Komma als Dezimalzeichen, höchstens 4 Nachkommastellen und keine Tausendertrennzeichen. Zulässig sind Werte von −1.000.000 bis 1.000.000.
Eine neue Beobachtung beginnt leer. Der gewählte Ausstieg bleibt bestehen. Wird der Ausstieg entfernt, wird die vorherige Beobachtung gewählt; steht davor nur der Einstieg, wird die nächste gewählt.
Aktualisiert: 5 Beobachtungen einbezogen, Ausstieg bei Beobachtung 4. MAE 2; MFE 5; abschließende Bruttobewegung in Preiseinheiten: +2.
Ergebnisse in Preiseinheiten
Einbezogen: Beobachtungen 0–4. Beobachtungen nach dem Ausstieg beeinflussen diese Ergebnisse nicht.
MAE
2Preiseinheiten
Ungünstiger Betrag · nichtnegativ
MFE
5Preiseinheiten
Günstiger Betrag · nichtnegativ
Abschließende Bruttobewegung
+2Preiseinheiten
Mit Vorzeichen · vor Kosten
- Einstieg
- 100
- Niedrigster einbezogener Preis
- 98
- Höchster einbezogener Preis
- 105
- Gewählter Ausstieg
- 102
Beobachteter Preis
Beobachtungsnummer · keine Zeitachse
Linien verbinden die Beobachtungen zur besseren Lesbarkeit. Sie zeigen weder den Marktverlauf zwischen den Punkten noch beweisen sie, dass keine größere Bewegung auftrat.
Auf schmalen Bildschirmen lässt sich die Tabelle seitlich scrollen. Sie können diesen Bereich auch fokussieren und die Pfeiltasten verwenden.
| Beobachtung | Preis | Bewegung ab Einstieg mit Vorzeichen | Zeitraum | Extremwerte und Grenzen |
|---|---|---|---|---|
| 0 | 100 | 0 | Einbezogen | Einstieg |
| 1 | 98 | −2 | Einbezogen | MAE erreicht |
| 2 | 101 | +1 | Einbezogen | — |
| 3 | 105 | +5 | Einbezogen | MFE erreicht |
| 4 | 102 | +2 | Einbezogen | Ausstieg |
Jede einbezogene Beobachtung, die einen positiven MAE- oder MFE-Wert erreicht, wird markiert, auch bei Gleichstand. Eine Bewegung von null wird nicht als ungünstiges oder günstiges Ereignis markiert.
Nur mit einem bekannten Wert umrechnen
Das obige Preisergebnis benötigt keine Kontraktannahmen. Für Geld und R ist ein zusätzlicher Wert nötig, den Sie für diese unveränderte Position bereits kennen.
So funktioniert dieses Beispiel
Bewegung mit Vorzeichen = Richtung × (beobachteter Preis − Einstiegspreis)
MAE = max(0, −kleinste Bewegung mit Vorzeichen); MFE = max(0, größte Bewegung mit Vorzeichen)
Die Richtung ist +1 für Long und −1 für Short. Der Einstieg wird einbezogen; nur Beobachtungen bis einschließlich des gewählten Ausstiegs gehen in die Berechnung ein.
Hier sind MAE und MFE nichtnegative Beträge. Manche Journale verwenden andere Vorzeichen oder berechnen die Werte auf Geld- oder Netto-P&L-Basis.
Dieses Modell setzt eine unveränderte Position und eine einheitliche Preisbasis voraus. Es leitet keine Kurse, Kontraktwerte, Provisionen, Ausführungen, Stops oder Kursziele ab.
Warum der Zeitraum zwischen Einstieg und Ausstieg zählt
Wird der Long-Ausstieg im Beispiel von 102 auf 101 vorgezogen, gehören nur noch 100, 98 und 101 zum Zeitraum. MAE bleibt 2, MFE sinkt auf 1 und die abschließende Bewegung auf +1. Der spätere Preis von 105 würde einer bereits geschlossenen Position fälschlich eine günstige Bewegung zuschreiben. Aus demselben Grund wird ein Tief vor dem Einstieg ausgeschlossen.
Halten Sie für ein echtes Journal die Zeitstempel von Einstieg und Ausstieg, deren Zeitzone und die Regel zur Einbeziehung der Randzeitpunkte fest. Eine Kerze kann vor dem Einstieg beginnen oder nach dem Ausstieg enden. Ihr gesamtes Hoch und Tief kann somit Preise außerhalb der Positionsdauer enthalten, auch wenn die Kerze den Trade zeitlich überlappt.
Auch die Abtastung spielt eine Rolle. Erreicht der Preis zwischen den Beobachtungen bei 98 und 101 kurzzeitig 97, kann die eingegebene Folge das nicht erkennen. Bei gleicher Preisbasis und gleichem Zeitraum kann eine Teilmenge der Beobachtungen eine größere Bewegung übersehen. Eine beobachtete MAE von 0 bedeutet, dass in diesen Beobachtungen keine ungünstige Bewegung gefunden wurde. Fehlende Daten beweisen nicht, dass keine auftrat.
Selbst Eröffnung, Hoch, Tief und Schluss einer vollständigen Kerze verraten nicht die Reihenfolge der Preisänderungen innerhalb dieser Kerze. Liegen Stop und Kursziel beide in ihrer Spanne, lässt sich aus OHLC allein nicht ableiten, welches Niveau zuerst berührt wurde. Die Strategiedokumentation von TradingView erläutert die Annahmen ihres Broker-Emulators, wenn detaillierte Intrabar-Daten fehlen. Unser Explorer trifft keine Annahmen zur Orderausführung.
Dasselbe Endergebnis kann andere Extrembewegungen verbergen
Vergleichen Sie Verlauf A, 100 → 99 → 103 → 102, mit Verlauf B, 100 → 95 → 108 → 102. Beide enthalten vier Beobachtungen und haben denselben Einstieg und Ausstieg. Ihre zwischenzeitlichen Tiefs und Hochs unterscheiden sich jedoch. Der Vergleich verwendet eine gemeinsame Preisskala, damit die Darstellung zu den Zahlen passt.
Position und Verlauf | MAE | MFE | Abschließende Bruttobewegung |
|---|---|---|---|
Long · A | 1 | 3 | +2 |
Long · B | 5 | 8 | +2 |
Short · A | 3 | 1 | −2 |
Short · B | 8 | 5 | −2 |
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Alle Tabellenwerte sind Preiseinheiten. Bei den beiden Long-Positionen verdeckt das Endergebnis von +2 sowohl die größere ungünstige als auch die größere günstige Bewegung von B. Im Short-Modus beträgt das Endergebnis bei beiden −2, während günstige und ungünstige Seite wechseln. Die Hervorhebung eines Verlaufs erleichtert das Nachverfolgen, ohne die gemeinsame Skala zu ändern.
Deshalb lassen sich MAE und MFE nicht aus einer Liste abgeschlossener Gewinne und Verluste rekonstruieren. Auch der Profit Factor, der Gewinn- und Verlustbeträge abgeschlossener Trades zusammenfasst, bewahrt die Zwischenbeobachtungen nicht. Speichern Sie den Preis- oder Positions-P&L-Verlauf, wenn Sie untersuchen möchten, was während eines offenen Trades passiert ist.
Das Hoch von Verlauf B bei 108 ist im Rückblick sichtbar. Es belegt nicht, dass ein Ausstieg bei 108 im Voraus erkennbar oder für die Position ausführbar war. MFE erfasst einen günstigen Extremwert auf der gewählten Messbasis. Sie verspricht keinen Gewinn, den eine andere Ausstiegsregel sicher erzielt hätte.
Interaktives Beispiel
Gleicher Ausstieg, sehr unterschiedlicher Verlauf
Beide Beispiele steigen bei 100 ein und bei 102 aus. Vergleichen Sie die Extrembewegungen vor diesem identischen Ausstieg und wechseln Sie anschließend die Richtung.
Zwei Beispielverläufe · eine gemeinsame Preisskala · je vier Beobachtungen · Bruttopreiseinheiten
Long: Beide abschließenden Bewegungen in Preiseinheiten: +2. Verlauf A hat MAE 1 und MFE 3; Verlauf B hat MAE 5 und MFE 8.
Beobachteter Preis
Beobachtungsnummer · keine Zeitachse
Linien verbinden die Beobachtungen zur besseren Lesbarkeit. Sie zeigen weder den Marktverlauf zwischen den Punkten noch beweisen sie, dass keine größere Bewegung auftrat.
Auf schmalen Bildschirmen lässt sich die Tabelle seitlich scrollen. Sie können diesen Bereich auch fokussieren und die Pfeiltasten verwenden.
| Verlauf | MAE | MFE | Abschließende Bruttobewegung |
|---|---|---|---|
| Verlauf A | 1 | 3 | +2 |
| Verlauf B | 5 | 8 | +2 |
Preiseinheiten · Hier sind MAE und MFE nichtnegative Beträge. Manche Journale verwenden andere Vorzeichen oder berechnen die Werte auf Geld- oder Netto-P&L-Basis.
| Beobachtung | A · Preis | A · Bewegung mit Vorzeichen | B · Preis | B · Bewegung mit Vorzeichen |
|---|---|---|---|---|
| 0 | 100 | 0 | 100 | 0 |
| 1 | 99 | −1 | 95 | −5 |
| 2 | 103 | +3 | 108 | +8 |
| 3 | 102 | +2 | 102 | +2 |
Das Endergebnis verrät nicht, wie weit sich eine Position zuvor gegen Sie oder zu Ihren Gunsten bewegt hat. Die Beispiele zeigen diesen Unterschied; sie bestimmen keinen sicheren Stop und keinen erzielbaren besten Ausstieg.
So funktioniert dieses Beispiel
Bewegung mit Vorzeichen = Richtung × (beobachteter Preis − Einstiegspreis)
MAE = max(0, −kleinste Bewegung mit Vorzeichen); MFE = max(0, größte Bewegung mit Vorzeichen)
Die Richtung ist +1 für Long und −1 für Short. Der Einstieg wird einbezogen; nur Beobachtungen bis einschließlich des gewählten Ausstiegs gehen in die Berechnung ein.
Hier sind MAE und MFE nichtnegative Beträge. Manche Journale verwenden andere Vorzeichen oder berechnen die Werte auf Geld- oder Netto-P&L-Basis.
Bekannt sind nur die vier angegebenen Beobachtungen. Kosten, Orderausführung, Positionsaufbau und Teilausstiege sowie der Marktverlauf zwischen den Beobachtungen werden nicht modelliert.
Preisbewegung, Geldbeträge und R-Einheiten
Für die Umrechnung der Preisbewegung in Geld benötigen Sie in diesem Beispiel mit fester Positionsgröße einen bekannten, positiven, konstanten Wert V je Preiseinheit der gesamten Position. Multiplizieren Sie jeden Betrag beziehungsweise jede Bewegung mit Vorzeichen mit V. Dieser Wert muss die betreffende Positionsgröße, Kontraktregeln und Währungsbasis bereits abbilden. Der Explorer leitet ihn nicht aus einem Instrumentennamen oder einer Lotzahl ab.
Nehmen wir nur für das Beispiel V = 10 USD je Preiseinheit an. Dann ergeben sich für den voreingestellten Long-Verlauf ein ungünstiger Betrag von 20 USD, ein günstiger Betrag von 50 USD und eine abschließende Bruttobewegung von +20 USD. Das sind Umrechnungen von 2, 5 und +2, keine Nettoergebnisse des Kontos. Spread, Provisionen, Finanzierung und Währungsumrechnung benötigen eine eigene, konsistente Behandlung, ohne Kosten doppelt abzuziehen.
Für R-Einheiten definieren Sie D als den bekannten, positiven ursprünglichen Risikoabstand im Preis auf derselben Bruttobasis. Teilen Sie die Werte in Preiseinheiten durch D. Bei D = 2 ergeben sich für denselben Verlauf MAE 1R, MFE 2,5R und eine abschließende Bewegung von +1R. Das ursprüngliche Risiko ist eine beim Einstieg festgelegte Eingabe, kein nachträglich gewählter Nenner, der das historische Ergebnis besser aussehen lässt.
Ist das ursprüngliche Risiko unbekannt oder null, steht kein R-Ergebnis zur Verfügung. Ersetzen Sie es nicht durch die beobachtete MAE. Beim Vergleich dieses auf Bruttopreisbewegungen beruhenden R-Werts mit einem in Geld berechneten Netto-R-Wert im Journal müssen sowohl Zähler als auch Risikonenner übereinstimmen. Der Chance-Risiko-Rechner behandelt geplante Einstiegs-, Stop- und Zielniveaus; dieser Guide misst einen beobachteten Verlauf.
Eine unveränderte Position ist Voraussetzung für die einfache Geldumrechnung. Erhöhen Sie die Position oder schließen Sie einen Teil, ändert sich das monetäre Engagement während des Verlaufs. Die endgültige Gesamtmenge mit einem Extremwert zu multiplizieren, der bereits vor dem Öffnen dieser Menge erreicht wurde, ergibt einen irreführenden Betrag. Rekonstruieren Sie stattdessen Menge und P&L für jeden Zeitpunkt. Die Trade-Log-Dokumentation von Sierra Chart beschreibt, wie die dortige Gruppierung und Mengenbehandlung die ausgewiesenen Statistiken beeinflusst.
Warum Chart und Handelsjournal unterschiedliche Werte zeigen
Prüfen Sie zuerst, ob Sie dieselbe Größe vergleichen. Ein Chart kann eine Preisreihe anzeigen, während ein Journal eine andere Reihe oder einen laufenden monetären P&L verwendet. Beispielsweise dokumentiert MetaTrader 5 Charts auf Bid- und Last-Basis. Bid, Ask und Last sind unterschiedliche Preisgrundlagen. Ein Extremwert im Chart ist nicht automatisch ein ausführbarer Schließungspreis.
Prüfpunkt | Warum Werte abweichen können | Festhalten oder abgleichen |
|---|---|---|
Preisquelle und Auflösung | Bid, Ask, Last, Ticks und abgetastete Kerzen können andere beobachtete Extremwerte liefern. | Preisreihe, Beobachtungsabstand und Datenlücken. |
Grenzen zwischen Einstieg und Ausstieg | Zeitzonen oder Hochs und Tiefs vollständiger Kerzen können Preise außerhalb des Trades einschließen. | Exakte Zeitstempel, Zeitzone und Regel für die Randzeitpunkte. |
Positionsgröße und Gruppierung | Zusätzliche Einstiege, Teilausstiege oder zusammengefasste Ausführungen verändern Geldverlauf und Einstiegsbasis. | Mengen im Zeitverlauf und Gruppierungsmethode des Journals. |
Einheiten und Kosten | Preisbewegung, Bruttogeldbetrag und Netto-P&L messen unterschiedliche Größen. | Wert je Einheit, Währungsumrechnung und Zeitpunkt der Kostenberücksichtigung. |
Vorzeichen und fehlende Daten | Ein negativer ungünstiger Wert, eine Null oder ein leeres Feld können verschiedene Bedeutungen haben. | Vorzeichenkonvention und Behandlung nicht verfügbarer Daten im Produkt. |
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Die MAE-Dokumentation von TradesViz unterscheidet beispielsweise zwischen preisbasierten Berechnungen und Berechnungen aus dem laufenden P&L. Das sind Produkteinstellungen, keine austauschbaren Bezeichnungen für eine universelle Formel. Lesen Sie die Definition der gewählten Einstellung, bevor Sie eine Abweichung als Rechenfehler einstufen.
Gleichen Sie zunächst eine einfache Position mit unveränderter Größe ab. Stimmen Sie ihre Beobachtungen und den Zeitraum zwischen Einstieg und Ausstieg ab, dann Einheiten und Kosten. So lässt sich eine Abweichung leichter eingrenzen als in einem vollständigen Journal mit verschiedenen Instrumenten, Positionsgrößen und Gruppierungsregeln.
MAE ist etwas anderes als der Drawdown eines Kontos
MAE misst in diesem Guide die ungünstige Bewegung einer Position relativ zu ihrem Einstieg. Ein Kontodrawdown misst den Rückgang einer gewählten Kontogröße, etwa Saldo oder Equity, gegenüber einem vorherigen Höchststand. Bezugspunkt und Umfang unterscheiden sich: Der Einstieg einer Position ist nicht der laufende Höchststand eines Kontos.
Im voreingestellten Long-Beispiel fällt der Preis vom günstigen Hoch bei 105 auf den Ausstieg bei 102 und gibt dabei 3 Preiseinheiten zurück. MAE bleibt 2, weil der niedrigste einbezogene Preis 98 bei einem Einstieg von 100 war. Ein Rückgang von einem früheren günstigen Extremwert kann vollständig oberhalb des Einstiegs stattfinden. Er ist nicht dieselbe Berechnung wie die ungünstige Bewegung ab Einstieg.
Ein Konto kann weitere Positionen, realisierte Ergebnisse und Ein- oder Auszahlungen enthalten. Diese beeinflussen seinen Verlauf und lassen sich nicht aus der MAE eines einzelnen Trades rekonstruieren. Die Trailing-Drawdown-Regel eines Anbieters legt zusätzlich bestimmte Bezugswerte, Zeitpunkte und Verletzungsbedingungen fest. Weder unsere MAE-Formel noch ein ähnlich benanntes Journalfeld zeigt für sich genommen, ob eine solche Regel verletzt wurde.
Was MAE und MFE über künftige Ausstiege nicht verraten
Extrembewegungen können helfen, eine historische Stichprobe zu beschreiben und Fragen zu Ausstiegen zu formulieren. Für sich allein bestimmen sie keinen künftigen Stop und kein Kursziel. Der durchschnittliche MAE-Wert früherer Gewinntrades ist besonders unvollständig: Er lässt Verlusttrades weg und wählt die Stichprobe anhand eines beim Einstieg unbekannten Ergebnisses. Ein aus dieser Teilmenge abgeleiteter Stop kann verändern, welche Trades lange genug offen bleiben, um Gewinner zu werden.
Auch MAE und MFE eines vollständigen Trades enthalten nicht die Reihenfolge, in der Niveaus erreicht wurden. Eine geänderte Ausstiegsregel kann die Position vor einem späteren günstigen Extremwert schließen; Kosten und Ausführung können das realisierte Ergebnis verändern. Die ursprünglichen Extremwerte beschreiben die ursprüngliche Haltedauer. Sie beschreiben nicht automatisch einen hypothetischen Trade mit anderen Regeln.
- Definieren Sie Einstiegs- und Ausstiegsregeln, Stichprobengrenzen und Messbasis, bevor Sie eine Idee bewerten.
- Beziehen Sie Gewinn- und Verlusttrades ein und verwenden Sie ausreichend detaillierte chronologische Preis- und Positionsdaten, um die vorgeschlagene Regel zu prüfen.
- Prüfen Sie die Idee anhand gesonderter Daten mit ausdrücklich festgelegten Kosten- und Ausführungsannahmen. Dokumentieren Sie Unsicherheit und veränderte Trade-Ergebnisse.
Eine Trailing-Stop- oder Trailing-Stop-Limit-Order ist ein Ausführungsmechanismus mit eigenen Auslöse- und Ausführungsbedingungen. MAE und MFE sind beschreibende Kennzahlen. Durch Slippage kann der aufgezeichnete oder angeforderte Preis vom tatsächlichen Ausführungspreis abweichen. Ein beobachteter Höchstwert ist daher kein garantiert erzielbarer Gewinn.
Nutzen Sie die beiden Explorer für eine engere, überprüfbare Frage: Was folgt aus diesen Beobachtungen bei dieser Richtung, diesem Zeitraum und dieser Einheitenkonvention? Ist das geklärt, lässt sich bestimmen, welche zusätzlichen Daten ein Journalvergleich oder eine Ausstiegshypothese benötigt.
Häufige Fragen zu MAE und MFE
Kann ein Gewinntrade eine MAE aufweisen?
Ja. Im Long-Verlauf 100 → 98 → 101 → 105 → 102 erzeugt die beobachtete Bewegung auf 98 eine MAE von 2. Der Ausstieg bei 102 ergibt trotzdem eine abschließende Bruttobewegung von +2. Ein Gewinn beim Abschluss hebt eine frühere ungünstige Bewegung nicht auf.
Kann ein Verlusttrade eine MFE aufweisen?
Ja. Im selben Verlauf profitiert eine Short-Position zunächst vom Rückgang auf 98 und erreicht dadurch MFE 2. Sie endet jedoch bei 102 mit einer abschließenden Bewegung von −2. MFE erfasst einen günstigen Extremwert im gewählten Zeitraum, nicht das Endergebnis.
Können MAE und MFE bei einem Nullergebnis beide ungleich null sein?
Ja. Der Long-Verlauf 100 → 98 → 103 → 100 hat MAE 2 und MFE 3, während die abschließende Bruttopreisbewegung 0 beträgt. Ein Nullergebnis auf dieser Preisbasis bedeutet zudem nicht, dass das Nettoergebnis nach Handelskosten ebenfalls null ist.
Wird MAE immer als positive Zahl angezeigt?
Nein. Hier ist sie ein nichtnegativer ungünstiger Betrag, einschließlich 0, wenn in den einbezogenen Beobachtungen keine Bewegung gegen die Position vorkommt. Manche Produkte verwenden Werte mit Vorzeichen oder eine andere P&L-Basis. Prüfen Sie die Konvention und machen Sie aus fehlenden Beobachtungen keine nachgewiesene Null.
Lassen sich MAE und MFE nur aus Einstieg und Ausstieg berechnen?
Sie können die Preisänderung mit Vorzeichen berechnen, aber nicht die dazwischenliegenden Extremwerte. Beide Vergleichsverläufe beginnen bei 100 und enden bei 102, liefern jedoch andere MAE- und MFE-Werte. Dafür benötigen Sie Zwischenbeobachtungen oder einen dokumentierten Positions-P&L-Verlauf.
Zeigt MFE das beste Take-Profit-Niveau?
Sie zeigt die größte beobachtete günstige Bewegung im ursprünglichen Zeitraum und auf der gewählten Basis. Dieser Extremwert ist erst im Nachhinein bekannt. Eine künftige Ausstiegsregel muss gesondert mit chronologischen Daten, Kosten und Ausführungsannahmen geprüft werden. Historische MFE allein belegt keine erzielbare Verbesserung.